NKS-Wettkampf Hollands Diep, 26.02.2012

Die neue NKS-Saison 2012 stand an. Nachdem wir uns 2010/2011 die interessantesten Wettkämpfe zum Kennenlernen dieser Competition herausgesucht hatten, wollten wir die hierbei gewonnenen Erkenntnisse in 2012 umsetzen und uns deutlich besser präsentieren. Viele Tuniergewässer haben wir im Vorfeld der NKS nie befischt und für das Trainingsfischen fehlt uns einfach die Zeit. Viele Wettkämpfe stellen somit unseren Erstkontakt mit dem Gewässer dar.

Leider ist der erste Wettkampf der Saison, der am 12.02.2012 am Haringvliet stattfinden sollte, dem plötzlichen Kälteeinbruch zum Opfer gefallen. Hierfür haben wir im Vorfeld einen enormen organisatorischen Aufwand betrieben, um die notwendigen Zutaten für einen erfolgreichen Wettkampf einzusammeln. Da wir am Haringvliet mit der Weile unsere Erfahrungswerte gesammelt haben, freuten wir uns schon sehr auf diesen Wettkampf. Immerhin konnten wir heute erfahren, dass dieser wohl am Ende der NKS-Saison nachgeholt wird.

Der folgende Wettkampf sollte am 26.02.2012 am Hollands Diep stattfinden, eine nicht minder attraktive Austragungsstätte. In unserer Kennenlernrunde zur NKS haben wir an diesem Gewässer eine herbe Abfuhr erfahren müssen. Waren es bei fast allen vorangegangen Wettkämpfen lediglich fehlende Details die ein besseres Abschneiden verhinderten, haben wir beim letzten Hollands Diep Wettkampf anglerisch total versagt! Daher nötigte uns das Gewässer und seine Bewohner zwar den gebührenden Respekt ab, aber da wir zwischenzeitlich sehr viel gelernt und korrigiert haben, wollten wir jetzt auch unbedingt ausloten, wo wir zwischenzeitlich stehen.

Die Vorbereitung auf den Wettkampf lief bei uns beiden sehr unterschiedlich ab. Gregor hatte im Vorfeld nicht mehr viel angepackt und sich auf die schon fertig sortierten Taschen mit den bewährten Ködern verlassen. René präparierte noch Köder und Jigs bis ca. 22.00 Uhr. Leider war uns keine gute Nachtruhe vergönnt, sondern lediglich ein dahin dösen. Pünktlich um 2.00 Uhr tönte der Wecker. Fertig machen, frühstücken und um 3.15 Uhr am Trailerparklatz treffen. Um 3.30 Uhr ging es auf die Bahn. Ankunft an der Haringvlietbrücke war ca. 6.30 Uhr. Slippen, Gespann parken, Teilnahmegebühren zahlen usw.  und schon ist es 7.15 Uhr.

An der Hauptslippe war wieder sehr viel los.

Gregor ist guter Dinge was den Wettkampf angeht und entsprechend gut gelaunt.

René checkt noch einmal sein Tackle und ist "Combat-ready"

Das ASB-Team war auch wieder mit dabei.

Die Wettkampfstrecke war uns noch vom letzten Mal bekannt. Es wurde etwas vorzeitig angepfiffen, der offizielle Start war um 8:30 Uhr.

Der Startschuss den wir leider etwas verpennt haben.

Die Boote fuhren mit Vollgas zu den ersten Spots

Ein Teil der Boote blieb bereits am Anfang des Wettkampfsektors stehen und versuchte dort die ersten Fische zu verhaften. Wir hingegen fuhren den ersten Spot des Vorjahres-Debakels an. An dieser Stelle versammelten sich bereits 10-15 weitere Boote. Um diesem Andrang ein wenig aus dem Weg zu gehen, entschieden wir uns für die gegenüberliegende Kante (von der wo die restlichen Boote standen). Fisch war auf dem Lot nicht wirklich auszumachen. Macht nichts, versuchen! Licht-, Sicht- und Gewässerverhältnisse gecheckt und sich für die dazu passenden Köder entschieden. Gute Spotwahl, Hausaufgaben zum Gewässer gemacht, Ruten krumm! Nach den ersten 5 Minuten konnten wir bereits die ersten vier Fische abgeben. Das Kontrollboot war eigentlich gerade auf dem Weg zum „Ankerplatz“ und machte kurz bei uns halt. Auch von dieser Seite wurde uns ein sehr guter Start bestätigt.

Eine große Stärke unserer Koppel liegt in unserer unterschiedlichen Herangehensweise. Wir fischten und bevorzugten unterschiedliche Köder und Methoden, wie außerhalb des Wettkampfszenarios halt auch. Interessant zu sehen war, wie die Fische auf den fortschreitenden Befischungsdruck reagierten und ihre Vorlieben binnen kürzester Zeit änderten. Das kann man mit dieser Herangehensweise gut herausarbeiten. Unsere angewandte Methodenflexibilität und ausnahmsweise auch der stark ausgeprägte Tacklewahn zahlte sich an diesem Tag für uns aus. Nach einer Stunde hatten wir 7 Fische bei den Kontrollbooten abgegeben und man bestätigte uns nochmals sehr schnell gewesen zu sein. Mindestens 5 Fische – darunter einige bessere Zander – hatten wir bis dahin sogar verloren. Kurzer Punktecheck… 52,1 + 50,5 + 54,1 + 51,8 +62,3 + 55,7 + 52,9. In Summe sah das gar nicht so schlecht aus, da wir sonst oft Fische gefangen haben die gerade so über dem Mindestmaß lagen. Somit gab es für uns eine erste innere Verschnaufpause und wir überlegten wie man nun die größeren Fische ins Boot bekommen könnte.

Da die Kontrollboote diesmal fest „verankert“ auf der Strecke lagen musste man die Boote direkt anfahren. Dies machte einen enormen Unterschied zu den vorherigen Wettkämpfen aus, da man seinen Spot verlassen musste um die Fische vermessen zu lassen. Da unser erster Spot zu weit weg lag, versuchten wir es nun an einer neuen Stelle die laut Gewässerkarte gut aussah.

An den Kontrollbooten gab es immer Wartezeiten, da viele Fische abgegeben wurden. Hier geben Uli und Wessi gerade Zander zum vermessen ab.

Wie sich schnell heraus kristallisierte war der Fisch ob des enormen Angeldrucks in einer „spooky Condition“ und fast nur noch für eine Methode empfänglich. Wir konnten an diesem neuen Spot recht zügig einen 56,2er und einen 55,6er nachlegen, die auch sofort zum Kontrollboot gebracht wurden. Dank unseres GPS-Plotters konnten wir den Spot sofort danach wieder aufsuchen. Keine halbe Stunde später standen wir wieder mit einem 58,8er und einem 59,2er Fisch am Kontrollboot. Bis zu diesem Zeitpunkt schafften wir es uns kontinuierlich von den Fischen her zu verbessern.

René lässt es mal "locker" angehen nachdem die ersten 7 Fische in den Punkten waren.

Nach einem kurzen Zwischenstop bei den beiden ASB-Booten und einem schnellen Infotausch fuhren wir zu Frank und Patrice hinüber. Dort hielten wir ebenfalls einen kleinen Smalltalk und fuhren eine weitere uns bis dahin unbekannte Stelle an. Das Lot zeige hier deutliche Fischechos an. Es folgten 3 weitere Fische die wir jeweils einzeln zum Kontrollboot brachten. Mit 69,1cm 71,2cm und zum Schluss 60,7cm konnten wir noch ein paar gute Fische nachlegen.

Wenn es etwas zu kritisieren gab, dann ist es vielleicht der Umstand, dass man immer noch zu viel versucht hat und viel früher im Wettkampf nur noch auf diese eine Methode hätte setzten sollen, weil sie sich einfach zu deutlich abgehoben hat. Dies sind aber wettkampfstrategische Überlegungen für die Zukunft.

Neben den ganzen abgegeben Fischen haben wir noch einige kleinere Zanderritter gefangen, die direkt releast wurden, da sie nicht in die Wertung gekommen wären.

Ärgerlich war die Tatsache, dass wir einige Fische verloren haben. Wir tippen das wir um die 15 Fische nicht ins Boot bekommen haben. Besonders ärgerlich war ein 60+ Zander der uns beim Keschern abging. Mit diesem Fisch wäre auch eine noch bessere Platzierung möglich gewesen, da uns lediglich 2 cm zum dritten Platz fehlten. Aber wir wollen nicht meckern und sind natürlich sehr zufrieden mit unserem Abschneiden. Auch alle unsere Mitstreiter und Angelkumpels haben ihre 7 Fische vollgemacht. Herzlichen Glückwunsch Jungens. Beim nächsten Mal seid ihr mit dem Ticket dabei!

Wir beendeten den Wettkampf um 14:45 um nicht zu spät an der Slippe zu sein. Als wir unser Boot fertig machten, kam Tjeerd bei uns vorbei. Wir unterhielten uns kurz mit ihm und fragten nach dem Lokal für die Preisaustragung. Dort angekommen gab es nochmal einen spannenden Moment. Die Jungs hatten ihre Fische schon alle auf einem Blatt Papier summiert und waren dabei untereinander zu vergleichen. Wir saßen direkt neben Chris Boxberger. Gregor addierte unsere besten 7 Fische und kam auf 4302mm. Chris zeigte uns seinen Zettel und grinste. Er hatte 2 cm mehr als wir. Auch andere Angler kamen vorbei und man hatte so langsam ein Gefühl für die Platzierung. Durch die enorme Anzahl an gefangenen Fischen dauerte es gut über 1,5h bis es endlich los ging. Die Top10 Teams wurden benannt. Platz 10 konnten wir nicht verstehen, Platz 9 ebenfalls. Dann kam die Ansage „Platz 8 Chris Boxberger“. Wir guckten uns an und dachten „So ein Mist, wir haben es mit den Fischen nicht einmal unter die Top10 geschafft!“. Die restlichen Platzierungen haben wir gar nicht mehr richtig wahr genommen, zumal es schwierig war der Ansage auf Niederländisch zu folgen. Als dann die Top5 an der Reihe waren wurden plötzlich unsere Namen erwähnt. Wir gingen nach vorne und bekamen die Preise für den 4. Platz.

Übergabe der Preise

Irgendwie wussten wir in diesem Moment gar nicht so recht was passiert war, da wir ja eigentlich hinter Chris Boxberger lagen. Wie sich nachher heraus stellte lag aber noch ein Zettel in der Tasche! Diesen hatten wir vollkommen vergessen. Dort stand ein 58,8er und ein 59,2er Zander drauf. Dies erklärte dann auch unsere Differenz zum offiziellen NKS Ergebnis.

Im "Stress" verliert man mal schnell den Überblick.

Für den 4. Platz gab es Pokale, einen Haufen Gummis und ein paar Spanngurte, welche wir derzeit gut gebrauchen können.

Ingesamt kann man resumierend feststellen, dass es ein schöner Angeltag für alle Beteiligten war, der viel Fisch gebracht hat. So soll es sein! Trotz allem wird es auch diesmal eine „Lessons learned“ – Runde geben, da wir immer noch einige Dinge verbessern können. Man merkte aber das langsam ein wenig Routine in gewisse Dinge rein kommt und das sich die Investitionen gelohnt haben.

Leider ist der Verschluss an René´s Meiho 8050 Tacklebox kaputt gegangen, aber solche Opfer bringen wir dem großen Fischgott gerne, wenn er solche Angeltage dafür kredenzt. Wir haben unsere Scharte am HD jetzt ausgewetzt. Insgesamt haben wir gestern sehr gut und vor allem reproduzierbar gefischt. Jetzt freuen wir uns auf die nächste Aufgabe am wunderbaren Volkerak mit seinen starken Bewohnern. Dieser Wettkampf ist bereits in 14 Tagen terminiert. Wir hoffen, dass der Wettkampf am ersten geplanten Wettkampftag stattfinden kann, da Gregor am Ausweichtermin beruflich verhindert ist. Es wäre sehr ärgerlich wenn wir diesen letzten Wettkampf vor der Schonzeit nicht mitnehmen könnten.

Die Ergebnisse findet ihr wie immer hier.

In diesem Sinne! Petri Heil wünscht Team Vertikalangeln.com

P.S.: Nurgle hat jetzt den Klabautermann!

Hier noch ein paar Bilder von der NKS

Im Boot ist alles startklar.

Josef und Hoppe von ASB-Tackle

Isi und Tott von ASB-Tackle

Renés coole Sonnenbrille 😛

Uli und Wessi @work

Schnappschuss kurz vor dem Abflug zur Slippe

9 Gedanken zu „NKS-Wettkampf Hollands Diep, 26.02.2012

  1. Man kann Euch nur gratulieren. Ich glaube wir wissen jetzt alle so langsam, was wir an den Gewässern zu tun haben, um überhaupt Chancen auf die vorderen Plätze zu haben. Auch wir werden versuchen, diese einfach dummen Fehler die wir alle noch machen abzustellen. Nochmal herzlichen Glückwunsch von uns und hoffentlich bis zum Volkerak. Ach ja, bevor ich es vergesse: Wie immer, super Bilder und Spitzentext!
    Wer ist eigentlich Boxberger u. Isaiasch? Ich kenn nur Pauly u. Lehrheuer!

  2. Moin,

    wie immer sehr interessant und informativ geschrieben. Dazu noch mit so einem tollen Ergebnis; dass lässt einen ja schon jetzt für den nächsten Wettkampf mitfiebern und kräftig die Daumen drücken !!!

    Nurgle soll mal nen Fanclub gründen…..wir schwenken dann die Fahnen. 😉

    Petri….

    Frank

  3. Gratuliere, ihr Fischdiebe!
    Hey, und wenn es nur am Klabautermann liegt das das vorher nicht mit einem Ticket geklappt hat, dann übernehme ich den Job doch gerne für euch!

  4. Auch wenn Wessi in meinen Namen schon gratuliert hat, so muss ich vor Euch beiden einfach den Hut ziehen.
    Ich freue mich am meisten darüber, dass sich endlich Euer Arbeitseifer ausgezahlt hat.
    Denn alle die am Hollandsdiep dabei waren, wissen wie schwer es war große Zander zu finden und diese auch noch zu überlisten.
    Ich wünsche Euch für die kommenden Wettkämpfe auch weiterhin eine gute Spürnase für große Zanderfänge, denn das wird auch weiterhin für eine sehr gute Platzierung wichtig sein.
    Ich glaube, wenn Ihr beiden so weiter macht habt Ihr auch im Finale eine große Chance das Boot zu gewinnen, denn ein Arbeitstag (das Boot aus den Hafen holen) bleibt Euch dann erspart.

    Gruß
    Uli

  5. Hallo Ihr Zwei,
    Gratulation zum 4.Platz !
    Nur die Insider wissen, was das wirklich wert ist und wie viel Arbeit dahinter steckt.
    Als Nächstes rockt Ihr das Volkerak.
    Gruß Helmut

  6. Auch einen herzlichen Glückwunsch von mir.
    Sehr starke Leistung von euch und die ersten Länderpunkte für Germany.
    Viel Glück und Spaß euch weiterhin.
    Gruß Gerrit

  7. Hallo Jungs,

    vielen Dank für die Glückwünsche. Darüber haben wir uns sehr gefreut. Euch allen auch noch viele gute Fische und viel Glück im nächsten Wettkampf.

    Team Vertikalangeln.com

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