NKS-Wettkampf Volkerak, 10.03.2012

Der Wettkampf am Volkerak stand aktuell auf dem Programm. Nach unserer erfolgreichen Teilnahme am Hollandse Diep Wettkampf, der 14 Tage vorher statt gefunden hat, wollten wir hier nachlegen bzw. uns in die Top-Ten vorkämpfen. Gregor und sein Vater waren 8 Tage vor dem Volkerak-Wettkampftermin dort für unser Team Testfischen. René war in die Organisation des Geburtstags seiner Tochter eingebunden und konnte leider nicht mit trainieren. Gregor und sein Dad fischten innerhalb des Vorjahres Wettkampfparkours. Abgeklopft werden sollten Köder und Techniken unter Verifizierung der Vorjahreskonditionen. Dort übten an dem Tag auch diverse andere NKS-Teams. Sowohl das eigene Ergebnis des Testfischens als auch die Befragung der anderen Teams ergab von allen Seiten eine eingeschränkte Erwartungshaltung hinsichtlich der zu fangenden Fischmenge für den kommenden Wettkampf, wobei alle Boote ihre 7 Fische fangen konnten. Zudem waren viele Fische um die 60cm dabei.

Eine Woche später war es endlich soweit. Weitere Ernüchterung stellte sich ein, als dann am Freitag – einen Tag vor dem Wettkampf – die diesjährige Wettkampfstrecke bekannt gegeben wurde. Diese lag diesmal an einer ganz anderen Stelle. Die gesamte Wettkampfstrecke haben wir vorher leider noch nie befischt, da wir uns sehr auf den Bereich in Schleusennähe konzentriert hatten. Insgesamt verfügen wir ja bislang generell nicht über ausgeprägte Gewässerkenntnisse zum Volkerak, da wir es beide inklusive des jetzigen Testfischens bis zum diesjährigen Wettkampf jeweils nur dreimal befischen konnten. Somit hatten wir wieder mal keinerlei Stellenwissen für den Wettkampftag, aber das kennen wir ja schon von vielen anderen Wettkämpfen auch und schockt nicht wirklich. Wir stellten uns mental schon mal darauf ein, dass wir uns reinkämpfen müssen und waren froh, dass es hier nicht mehr um ein Finalticket für uns ging.

Der Wettkampf fand diesmal leider schon am Samstag und nicht – wie sonst – Sonntags statt. Da wir beide am Freitag vorher noch beruflich und privat stark eingebunden waren, war die Vorbereitungszeit eng bemessen. Überhaupt war es diesmal vorher wesentlich stressiger und anders als beim letzten Wettkampf. Um 22.00 Uhr war Zapfenstreich, aber da sich immer davor ein nervöser Spannungsbogen auftut, war es mal wieder nichts mit regenerativem Schlafen. Um 1.15 Uhr ging der Wecker. Anziehen, frühstücken und ab um 1.50 Uhr auf die Bahn. René machte noch einen Zwischenstop an der Tanke und besorgte crushed ice. Unser Treffpunkt war wie immer der Trailerparkplatz. Boot klar gemacht und endlich um 3.30 Uhr ab auf die Bahn.
Ankunftszeit war 6.30 Uhr in Heen am Volkerak. Einfach eine klasse Slippe ist das dort. Wir waren die Ersten und nach uns trudelten dort auch schon Uli und Wessi ein. Nach dem Slippen wurde das Gespann geparkt und dann ging es los. Da wir noch früh dran waren, haben wir die Wettkampfstrecke schon mal prophylaktisch auf Startstellen abgeklopft, da diese auf dem Weg zum Einschreiben lagen. Hier und da konnten ein paar Fische auf dem Echolot ausgemacht werden. Dann ging es zur Naturslippe zum Einschreiben. Diese ist ultra flach und quasi nicht trockenen Fusses zu betreten. Hierfür müssen wir unbedingt mal Stiefel oder Watthosen fest im Boot platzieren.

René ist hoch motiviert 🙂

Erst einmal einen freien Platz suchen um an Land zu kommen.

Im Vorfeld trafen wir noch Frank und Patrice und natürlich auch Hoppe, Jupp, Isi und Tott vom Team ASB. Da sich seit dem letzten Wettkampf das Lied „Ai se eu te pego“ von Michel Télo als unser persönliches Glückslied heraus kristallisiert hatte, versuchte René sich an Bord noch mittels seines IPad als DJ. Gut, die neue Vertikalangeln.com-Hymne abgespielt und somit mental gestärkt, konnte der DJ und Mentaltrainer seine Klamotten wieder einpacken und es durfte losgehen.

Auch Gregor war recht zuversichtlich für diesen Tag.

Die beiden ASB-Boote kurz vor dem Startschuss.

Frank und Patrice machen ihre Montagen fertig.

Das Startsignal ertönte und dieses Mal haben wir in vorderer Front Gas gegeben. Als eines der ersten Boote erreichten wir unseren vorher ausgeschauten Anfangsspot.

Diesmal weit vorne mit dabei...

Nach anfänglichen Problemen kam dann auch der erste Fischkontakt nach ca. 20 Minuten. Ein knallharter Einschlag, 10 Sekunden Drill und dann war der Fisch auch schon wieder weg. Verloren… Verdammt! Dies sind die besonders ärgerlichen Momente im Wettkampf, vor allem wenn man vorab ahnt das es ein schwieriger Tag wird. Wir fischten weiter und es gab 10 Minuten später den nächsten Einschlag. Nach kurzem harten Drill lag ein Hecht im Boot. Den kann man auf einem Zanderwettkampf so gut gebrauchen wie Zahnschmerzen. Hier deuteten sich also schon die schlechten Vorzeichen an, wobei wir in den anderen Boote bis zu diesem Zeitpunkt niemanden haben drillen sehen. Wie groß unser Pech mal wieder war sah man als das Kontrollboot den Hecht vermessen hatte. Um in die Wertung zu kommen (der größte Hecht wird mit einem Preis prämiert) muss der Fisch 70cm haben. Unser Hecht hatte 69,9cm! Uns fehlte 1mm! Somit wurde der Fisch nicht gewertet.

Ärgerlich... Dem Hecht fehlte 1mm für die Wertung!

Es brauchte eine Weile – leider zu lange- bis wir die Angelsituation dekodierten und eigentlich „erfolgreich“ auflösen konnten. Wir standen zu lange auf dem Schlauch! Erst spät (ca. 1,5h nach dem Startschuss) stellten auf unsere Vermutung um und wurden schnell durch den Fisch darin bestätigt.

Es gab 3 Fische binnen 5 Minuten, aber leider konnte nur einer davon in den Kecher gebracht werden. Das Kontrollboot bestätigte uns das bis zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 15 Fische bei ihnen abgegeben wurden. Dies zeigte wie schwierig es war die nötigen Fische zusammen zu bekommen. Leider war das Beissfenster sehr kurz bzw. wir bemerkten zu spät was der Fisch in der frühen Phase wirklich wollte, wobei wir diesen neuralgischen Zeitpunkt ja auch schon vor dem Wettkampf kannten. Man muss bis 11.00 Uhr seine Fische gefangen haben, danach ist es vorbei bzw. wird es sehr schwierig. Wir waren heute einfach zu spät bzw. haben dieses Mal zu langsam auf die vorhandenen Informationen reagiert. Insgesamt hätten wir wohl mit dem Hecht 6 Fische im Boot haben können, aber es wurden nur zwei. Der Rest vom Tag brachte trotz vieler Wechsel auf diverse Methoden und Köder keinen wirklichen Kontakt mehr. Der Kampf war hart und der Tag zog sich ziemlich in die Länge. Noch lange nach dem Abpfiff auf der Rückfahrt diskutierten wir über die Wettkampferlebnisse, konnten aber erst einmal keinen Ansatz finden, was dazu geführt hat, das wir die Fische auf halber Strecke ins Boot verloren haben. Gerade an solchen Tagen darf so etwas nicht passieren.

Unser Resumee zum Volkerak fällt ernüchternd aus. Es war für alle Beteiligte ein sehr schwerer und zäher Angeltag. Ich glaube nicht, das ein Luc Coppens, Boxberger und wie sie alle heißen anschließend sagten: „Mann, was ein geiler Angeltag“. Bislang haben wir uns aus den Wettkämpfen sehr viele Informationen und Herangehensweisen mitnehmen können. Es gibt nach unserer Auffassung eigentlich keinen besseren Lehrmeister als den Wettkampf! Aus diesem hier können wir bislang erschreckend wenig mitnehmen, weil wir es morgen wieder ganz genauso wie heute anfangen würden. Klar, wir hatten auch Pech und mit 5 Fischen in der Wertung hätte es auch wieder ganz gut ausgesehen, der Angeltag wäre aber trotzdem kein schöner Angeltag gewesen. Das Einzige was man wirklich ändern könnte, wäre noch früher so radikal zu wechseln, wie wir es jetzt gemacht haben.

Insgesamt, analog zum letzten Jahr, traten wieder ein paar Auflösungserscheinungen in diversen Teams auf. Jungs, lasst Euch nicht unterkriegen. Das dreckelige Volkerak knacken wir auch noch. Dem Aussenstehenden sei gesagt, dass ein Wettkampf nichts mit einem normalem Angeltag zu tun hat. Nach dieser Competition, die für die Teams nicht erfolgreich gelaufen ist, hat René direkt im Anschluss mit Frank und Isi telefoniert. Isi und sein Team sind im Anschluss zum Haringvliet durchgeschleust und haben dort noch in kurzer Zeit 15 Zander gefangen. Frank ist mit Patrice im Volkerak geblieben und hat an der ursprünglich angedachten Wettkampfstrecke gefischt. Binnen 30 Minuten hatten sie 2 große Zander im Boot. Das zeigt einfach deutlich, dass der Wettkampffisch ein ganz anderer ist als der den man unter normaler Angelkondition vorfindet. Binnen kurzer Zeit hat dieser den Braten raus, das da heute was nicht stimmt und reagiert sehr „spooky“. Nur wenn man wirklich alles richtig macht, sind dann gute Ergebnisse möglich. Das hört sich leicht an, ist es aber nicht. Nur mit der nötigen Erfahrung und der richtigen Intuition kann man dann den durchtrainierten Wettkampfteams begegnen. Diese bringen es auf viele hundert Angeltage auf dem jeweiligen Wettkampf-Gewässer. Herzlichen Glückwunsch noch an Hoppe vom ASB Team, der gestern den 4. größten Zander gefangen hat. Gut gemacht!

Den nächsten Wettkampf am Lauwersmeer, der am 26.05. stattfinden soll, lassen wir ausfallen, weil wir da unsere schon traditionelle Saisoneröffnung mit einem 24 Stunden angeln im eigenen Revier begehen. Somit geht es am 10.06. mit dem Wettkampf an der Afgedamde Maas weiter. Die haben wir zwar auch noch nie befischt, da wir uns aber generell im Fluss ganz gut zurecht finden, freuen wir uns darauf schon sehr.

Die Ergebnisse gibt es wie immer hier.

Team Vertikalangeln.com

6 Gedanken zu „NKS-Wettkampf Volkerak, 10.03.2012

  1. Sehr interessant. Habe auch gerade unseren Bericht fertig und komme in einigen Punkten zum selben Fazit. Schade das man Euch nie sieht. Ihr seit immer zu früh an der Slippe. Bis dann. Gruß, Markus

  2. Moin,

    immer wieder sehr interessant zu lesen wie es beim NKS so abgeht, Danke dafür.

    Frank

  3. Moin,

    mittlerweile haben wir uns vom Debakel Volkerak und HD ein wenig erholt.
    Ich glaube das wir alle an unsere Biss ausbeute kräftig arbeiten müssen,
    denn egal welches Wettkampfgewässer auch genommen wird, eine Vielzahl
    von Zanderbissen bekommt man während eines Wettkampf nicht.
    Folglich hatten wir, neben den beiden Wertungsfischen, 2 Schnabelfische (Hecht) und ein untermaßigen Zander gefangen.
    Ebenso sind uns auch noch drei sehr gute Zander auf dem Weg zum Kescher abgegangen.
    Dieses Problem hatten wir auch im HD, wo wir natürlich, wie immer, die größten Fische nicht landen konnten.

    Mittlerweile machen wir uns lächerlich bei unseren Freunden, denn wer soll uns noch so ein Missgeschick abnehmen !

    Wir sind normalerweise nicht abergläubisch, aber jetzt glauben wir an einer dritten Person,
    die einfach nicht möchte das wir am Ende eines Wettkampftages irgendetwas gewinnen und
    die NKS, in gewohnter Manier, finanziell mit unserer Wettkampfgebühr dienen.
    Auch die Öl-Industrie, sowie die Niederländischen Kommunen (Ticket wegen zu schnelles fahren)
    freuen sich auf unseren baldigen Holland Besuch.

    Zur Zeit wissen wir noch nicht, ob wir an den Sommerwettkämpfen teilnehmen werden.
    Auf jeden Fall werden wir uns im Herbst beim Zanderfischen wiedersehen.

    Gruß
    Wessi und Uli

  4. @Markus: Wenn ihr uns auf dem Wasser seht kommt doch einfach mal ran gefahren. Wir haben euch bislang noch nicht erkannt bzw. gesehen.

    @Uli & Wessi: Ja es ist leider so das die schönen Angeltage bei der NKS eher selten sind. Mit schön meinen wir Tage an denen fast alle Boote ihre 7 Fische (und mehr) fangen.
    Lächerlich macht man sich bei Freunden garantiert nicht. Jeder der sagt oder meint das es einfach sei bei der NKS 7 Fische in die Wertung zu bringen soll doch einfach mal dort mit fischen!
    Wir würden uns freuen wenn wir Euch und auch die anderen deutschen Teams auch im Sommer wieder sehen. Irgendwo packt einen ja doch wieder die Angelsucht 🙂

  5. Sehr schöner Bericht und sehr viele Wahrheiten drinne.
    Ganz besonders das der Wettkampffisch kein normaler Fisch ist 🙂
    Holland und die NKS reizen mich auch schon lange , ich fürchte allerdings das ich mit meinem Linder dort bei schlechtwetter auf früh oder spät absaufen werde.
    Iergendwie hab ich aber auch noch meine schwierigkeiten mit dem Vertikal, liegt aber wohl auch an dem Miserabelen Zanderbestand hier in Lux.

  6. Hallo Jungs,

    freut mich, dass man wieder aktuelle Berichte auf der Seite lesen kann. Volkerak hat mich besonders interessiert, da wir 1 Woch nach dem NKS dort waren und 3 Tage fischen konnten. War das erste Mal am Volkerak. Schwierig zu fischen. Vorallem für Österreicher die nicht ganz soviel Schiffsverkehr gewohnt sind. 🙂

    Nette Story!

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