Spinnfischen am Meer

Leider bin ich erst jetzt dazu gekommen einen kleinen Bericht zu meinem diesjährigen Urlaub in Renesse und etwas zum Meeresangeln allgemein zu schreiben. Aber besser spät als nie…

Wie allgemein bekannt gibt es in Holland eine gesetzliche Schonzeit für den Zeitraum April / Mai. In dieser Zeit gilt ein generelles Raubfischangelverbot in den Binnengewässern. Um dem zu entfliehen fahre ich meistens für eine Woche an die Nordsee. So lässt sich Erholungsurlaub mit dem Partner und „Angelurlaub“ recht gut kombinieren. In diesem Jahr war es die letzte Woche im Mai die wir uns für eine Woche Nordseeurlaub in Renesse ausgeguckt hatten.

Soweit ich mich erinnern kann befische ich dieses Revier nun schon seit über 15 Jahren mehr oder weniger erfolgreich. In den ersten Jahren versuchte ich es vor allem mit Grundanwendungen wie dem klassischen Brandungsangeln. Jedoch wurde diese Angelmethoden in den letzten Jahren bei mir persönlich immer unbeliebter. Dies hat mehrere Gründe…

1. Beschaffung von Zeeass: Man ist ständig auf der Suche nach frischen Meeresködern. Mit der Zeit hat man zwar gute Anlaufstellen für die Köderbeschaffung gefunden, aber es nervt trotzdem immer wieder frische Würmer besorgen zu müssen, wenn man mal eben für 1-2h Angeln möchte. Ausserdem müssen die Köder ständig gekühlt werden was meistens in einem gewissen Konflikt mit der weiblichen Begleitung steht 🙂

2. Die Angelzeit: Da ich keinen reinen Angelurlaub mache, habe ich nicht immer die Zeit 4-5h am Wasser zu verbringen. Wenn man mit Naturködermontagen fischt muss man aber schon ein paar Stunden (mind. 3) einkalkulieren, ansonsten lohnt der Aufwand nicht wirklich.

3. Das Material: Die Ausrüstung ist zwar komplett vorhanden, aber es ist immer wieder mit Arbeit verbunden das ganze „Zeug“ ans Wasser zu bringen und auf- bzw. abzubauen. Das kostet wertvolle Zeit und teilweise muss man mit dem ganzen „Gerödel“ auch noch einige hundert Meter laufen.

4. Erfolg: Damals war alles besser… Wenn man sieht wie die Fänge vom Ufer sich entwickelt haben hat man kaum mehr Lust den ganzen Aufwand zu betreiben. Früher wurden bei einer Angelsession mehrere Fische gefangen. Mit dabei waren Seezungen, Aale, Schollen und auch mal Wolfsbarsche. Heute fängt man mit viel Glück mal einen guten Fisch. An der Nordsee bin ich nur Gelegenheitsangler und nicht ständig vor Ort um immer zu wissen wo gerade welcher Fisch beisst. Das kann beim Uferangeln schnell zu „Frust“ führen.

Also habe ich mich beim Meeresangeln auf das Spinnfischen konzentriert. Mit dieser Methode habe ich in den letzten 3 Jahren eigentlich bei 90% der Angelausflüge meine Fische gefangen. Zudem ist diese aktive Methode für mich interessanter als ständig auf die Rutenspitzen der Brandungsruten zu starren.

Die Methode beim Meeresspinnfischen ist denkbar einfach. Köder möglichst weit raus bringen und dann zügig einholen. Bei den Ködern handelt es sich meistens um Meeresblinker von diversen Firmen in einer Gewichtsklasse von 25-40g. Wichtig sind für mich gute Flugeigenschafen um den Köder auch wirklich weit raus zu bekommen. Wurfweite ist z.B. beim gezielten Fischen auf Makrele sehr wichtig. Um die Köder entsprechend weit raus zu bekommen benötigt man auch eine gute Spinnrute und eine passende Rolle. Ich nutze hier eine Sportex Black Arrow dl in 3,00m Länge mit einem WG von 40-80g kombiniert mit einer Shimano TwinPower 4000 FC und einer 12kg Schnur (geflochten).

Bei der Rute sollte man meiner Meinung nach darauf achten das diese sich gut auflädt und nicht „nachwippt“. Oft genug sehe ich andere Angler neben mir stehen die gerade mal die Hälfte der Wurfweite von mir erreichen (bei ähnlichen Ködern). Bei meiner Sportex habe ich dies bzgl. die richtige Wahl getroffen. Die Rute hat eine semiparabolische Aktion und man spürt jeden kleinen Zupfer, wobei dies meist nicht nötig ist, da die Meeresräuber richtig zupacken können und man die Bisse kaum mit heimischen Süßwasserfischen gleich stellen kann.

Eine Rolle in der 4000er Klasse ist dringend zu empfehlen. Meine ersten Versuche machte ich mit einer 2500er Rolle und musste gerade beim Wolfsbarschangeln sehr schnell lernen, dass die Fische eine enorme Kraft haben und ohne Mühe einer komplett zugedrehten Bremse noch Schnur entlocken können. Zudem sind höhere Ködergewichte auf Dauer nicht wirklich gut für diese kleineren Rollen. Ob man nun hier auf spezielle Salzwassermodelle zurückgreift oder nicht ist dem Geschmack des Anglers überlassen. Wenn man nach dem Angeltag die Rolle unter fließendem Wasser abspült sollte normalerweise auf mehrere Jahre gesehen nicht viel an der Rolle passieren. Ich fische eigentlich durchweg recht hochwertiges Material und hatte noch nie größere Probleme gehabt.

Wie auch in den letzten Jahren konnte ich dieses Jahr bei fast jedem Angelausflug meine Fische fangen. Passend zur Jahreszeit gingen in diesem Jahr Hornhechte, Makrelen und auch Wolfsbarsche an die Blinker. Verglichen zum letzten Jahr waren die Fangzahlen sogar um einiges besser als in den Jahren davor. So konnten in 2h Angelzeit ohne Probleme über 20 Makrelen gefangen werden. Teilweise brachten bereits die ersten Würfe an bekannten Spots die gewünschten Fische.

Sofern es die Zeit zulässt werde ich in diesem Jahr nochmals eine Woche Urlaub an der Nordsee verbringen. Über die Fangergebnisse werde ich dann hier berichten.

Ein Gedanke zu „Spinnfischen am Meer

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