Das KMB-Neodym-Magnet-Stingersystem

Was ist das KMB-Neodym-Magnet-Stingersystem?

Wenn man methodisch breit aufgestellt ist, findet man immer fehlende Lücken oder Lösungen für eine andere Bereichsproblematik. So auch in diesem Fall für das Vertikalangeln!

Beim Swimbaiting findet man die Neodym-Magnet-Lösung ja schon seit Jahren an den Castaic-Forellen. Für das Finesse-Swimbaiting (Techniken beim Einsatz von Swimbaits aus Weichplastik) und vorrangig für das Bottom-Bouncing-Swimbaiting mit dem Imakatsu Baccurato auf Zander, habe ich über eine Stingerlösung auf dem Rücken des Köders nachgedacht. Der Baccurato ist ein teurer Köder, der auf Grund seiner Investitionshöhe und Beschaffungsproblematik zu schade ist, um durch die Drillingsflunke des Stingers zerstört zu werden. Ausserdem wird der Köder mit einem speziellen und patentierten Jighead geliefert, der mit einem Wide-Gape-Haken versehen ist. Um Fehlbisse zu vermeiden, kommt man um die Stingerlösung nicht herum. Zur Reparatur des Köders (Baccurato, Castaic, 3:16 Lures usw.) eignet sich z. B. Mend-it.

Es ging sich also darum den Köder am besten vor Beschädigung durch den Drilling und den Fisch zu bewahren und eine vernünftige Bissausbeute zu generieren. Außerdem soll der Köder nah am Grund geführt werden und da ich diesbezüglich auch bei anderen Bottom-Bouncing-Swimbaits auf bauchseitige Haken verzichte, um Verluste durch Hänger zu umgehen, musste eine Rückenlösung her. Nach dem ich die am Markt gehandelten, einsteckbaren Lösungen für die nachträgliche Fixierung eines Stingers durchgegangen bin und diese nicht zu befriedigenden Lösungen geführt haben, tauschte ich mich mit Sebastian Lagerts (Luci) darüber aus. Gemeinsam kamen wir letztendlich zu dem Schluss, dass es am besten wäre, die Castaiclösung auf den Swimbait zu übertragen. Hierbei wird ein Neodym-Magnet auf den Rücken des Soft-Swimbaits mit Sekundenkleber fixiert. Anschließend wird der Angstdrilling (Stinger) mit dem Auge auf dem Magnet befestigt. Da selbst ultrakleine Magnete ( 1*2mm) bis zu 300 Gramm Gewicht halten, eine sehr stabile Lösung!

Was sind Neodym-Magnete?

Neodymeisenborid (NdFeB) sind die stärksten Permanentmagnete der Welt. Ein Neodym-Magnet hält bis zum 2000-fachen des Eigengewichtes. Ein Magnet der Größe eines Cent-Stückes hebt problemlos einen Staubsauger und schon kleine Magnete ab ca. 4 cm³ können von Hand kaum noch getrennt werden. Sie weisen eine vielfach höhere Flussdichte als normale Kühlschrank- oder Pinnwandmagnete auf.

Weitere Vorteile:

  • Sie behalten die volle Magnetkraft auch nach Jahrzehnten. Minderwertige NdFeB-Magnete können ohne Benutzung bereits nach wenigen Monaten deutlich an Kraft verlieren.
  • Sie haben eine extrem korrosionsfeste 3-fach Beschichtung (NiCuNi) oder sind mit Kunststoff umgeben (Black Edition). Beide Eigenschaften machen diese Lösung so interessant für das Angeln (Black Edition = siehe Lernfähigkeit von barschartigen Fischen).
  • Sie haben eine sehr hohe Koerzitivfeldstärke (Magnetfeldstabilität).
  • Sie erzielen eine sehr hohe Wirktiefe des Magnetfeldes.


Welche Vorteile bringt das System also?

Das KMB-Neodym-Magnet-Stingersystem bietet folgende Vorteile:

  • Beim herkömmlichen Einstecken einer Drillingsflunke in den Gummiköder neigt dieser gelegentlich zu Fehlstellungen. Dadurch büßt er m. E. an Fängigkeit ein. Anders ist das mit meiner Stingerlösung! Das Magnet hat so wenig Eigengewicht, dass es die Laufeigenschaften des Köders nicht behindert. Ausserdem gewinne ich eine weitere Flunke des Drillings, da diese ja jetzt nicht in den Köder eingesteckt wird. Somit steigt meine Bissausbeute!
  • Das Magnet wird auf eine Stelle des Gummis geklebt, bevor er sich verjüngt. Somit liegt das Gewicht des Drillings genau auf dem Magneten und stört den Lauf des Paddels, der Fork, des Pin´s usw. des Köders nicht. Optimale Präsentation! Im besten Fall gewinne ich eine komplette Hakenlänge zum dünnen Schwanzende des Vertikalköders.
  • Die Konsistenz bzw. die Härte des Gummiköders und die Dicke des Angstdrillings sowie die darauf einwirkende Anschlagenergie tangieren den Auslösevorgang nicht mehr. Für die Auslösung ist immer die gleiche Energie von Nöten und meist reicht auch schon der Ansaugvorgang des Fisches.
  • Daher ist die Lösung materialschonender.
  • Auch das Werfen beim Diagonalen (Jiggen) funktioniert wegen der starken magnetischen Kräfte ohne Probleme. Da das Bottom-Bouncing-Swimbaiting auf Wurfweite abzielt, eine perfekte Lösung.

Nun galt es das System vom Bottom-Bouncing-Swimbaiting auf das Vertikalen zu übertragen und heraus gekommen ist eine tolle Lösung. Eine weitere Modifikation ist der Stinger mit rotierenden Drillingen von BaSStar Spintech, um die Ausstiegsquote zu reduzieren bzw. das Aushebeln des Fisches zu verhindern.

An weiteren Bereichsproblemen wird derzeit noch gearbeitet. Ein Hauptthema der Zukunft wird das nachträgliche Flavourn von Ködern und die langsame Abgabe von Geruchs-/Lockstoffen in unterschiedlichen Aggregatzuständen des Wassers sein. Hierzu habe ich gut 30 Mittelchen über die letzten zwei Jahre getestet und die Wirkung bei verschiedenen Wassertemperaturen ausgewertet. Hiermit bin ich aber noch etwas beschäftigt. Das Experimentieren macht übrigens sehr viel Spaß.

TL

KMB (René)

PS:

Neodym-Magnete gibt es u. a. bei Ebay und bei www.magnetportal.de.
Quellen, Tips uvm gibt es auch zu lesen bei www.spanish-fishing.de.
Die BaSStar Spintech Trebles, rotierende Drillinge gibt es bei Tacklewarehouse.

6 Gedanken zu „Das KMB-Neodym-Magnet-Stingersystem

  1. Hi Rene,
    wie schon an anderer Stelle gesagt.Danke , dass Du(Ihr) uns an Euren Erfahrungen und Innovationen teilhaben lässt.Echt genial Jungs.

  2. Guten Morgen
    das Konzept den Haken mittels Magnet in eine optimale Position zu gringen, wird in den USA, Kanada, Japan, Australien, Südafrika und Frankreich (also Länder mit Kunstköder-Tradition) schon seit Jahren in verschiedenen Versionen verwendet und sogar in kommerziellen Produkten angeboten. Dieser Sturm im Wasserglas ist deshalb Zeitverschwendung…

    Mit Petrigruss

    Daniel

  3. Hi Daniel,

    ich kenne das aus Swimbaitbereichen. Aber ich kenne es nicht bei einem 4 inch Vertikalköder auf dem Rücken. Kennst Du 4 inch Swimbaits oder Softjerks, die das beinhalten. Ich denke nicht, denn ich bin ein wahrer Köderfreak und kaufe weltweit ein. Ich habe explizit vorher nach einer industriellen Lösung gesucht, denn ich bin ein fauler Mensch. Wenn es da schon was gutes am Markt zu kaufen gibt, was sich zum Vertikalangeln und zur Fixierung auf dem Rücken des Gummis gibt, schaue ich mir das gerne an und lasse mich belehren. Es war auch mehr der Verstoss gegen normale Verhaltensregeln und Kommunikationsformen die mich an dem Vorgang gestört haben. Zwischenzeitlich wurden diese jedoch hinreichend mit den Betroffenen besprochen, so daß ich die Eröffnung des Artikels wohl neu gestalten werde. Dennoch vielen Dank für Deinen Kommentar.

    Viele Grüße
    René

  4. Hallo Rene`

    Sehr interessanter Bericht, hatte ähnliches mal bei Wobblern/Jerkbaits versuchtum ein Überschlagen der Köder zu verringern, leider war der Versuch nicht so geglückt, da sich die Drillinge beim Aufprall lösten und sich wieder ,,schief ´´an den Köder ansetzten, so das der Lauf leider beeinträchtigt war.Welchen Kleber/Sekundenkleber hast du denn benutzt,hält der den Magneten,wurde der Auflagebereich des Gummiköders vorbehandelt?

    Gruß

  5. Hi,

    ich habe Industriekleber dafür verwendet. Eine besondere Präperation der Klebefläche war nicht nötig. Wenn der Gummiköder allerdings vor Weichmacher trieft, dann hält das nicht.

    Viele Grüße
    René

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