Vertikalangeln – Teil 2

Was ist Vertikalangeln überhaupt genau?

Da ich nun schon einige Resonanz auf meinen ersten kleinen Artikel zu diesem Thema erhalten habe möchte ich an dieser Stelle etwas näher auf das Vertikalangeln eingehen.

Wie bereits erklärt wurde das Vertikalangeln aus dem Eisangeln hergeleitet. Die Bootsangler haben diese Methode für sich angepasst und es wurden entsprechende Gerätschaften speziell für diese Angelmethode entwickelt.

In den kommenden Artikeln werde ich etwas über die passenden Ruten & Rollen, die Boote und deren Ausrüstung, Köder & Bleiköpfe, Köderführung, Standplätze der Fische u.v.m berichten. Diese Methode liefert eine Vielzahl von Themen die beschrieben werden können wenn man sich entsprechend lange mit diesen Themen auseinander gesetzt hat.

Bei meinem ersten Artikel wurde ich bereits darauf angesprochen, dass sich absolute Anfänger oder Nichtangler noch nichts unter dem Begriff „Vertikalangeln“ vorstellen konnten.

Daher möchte ich dies hier noch einmal aufgreifen ohne zu sehr ins Detail zu gehen (ich versuche es jedenfalls).

Zur Verdeutlichung habe ich mich mal als Künstler versucht und eine kleine Grafik erstellt. Ich bin nicht wirklich ein guter Zeichner, daher habt bitte etwas Nachsicht 🙂

Vertikal zu Angeln bedeutet schlicht und einfach seinen Köder direkt (senkrecht) unter dem Boot anzubieten. Hierzu dreht der Angler das Boot in den Wind bzw. Strömung um eine bessere Kontrolle über das Boot zu erhalten. Dies kann man denke ich aus der Grafik ganz gut entnehmen.

Die Wassertiefe kann bei einem Meter liegen, sie kann aber auch auf 30m oder mehr liegen. Zur Tiefenproblematik werde ich noch etwas schreiben, falls euch das Thema interessiert gibt es aber auch hier einen alten Artikel von uns bzw. meinem alten Angelfreund Bernd zur Trommelsucht.

Auch wenn es sich einfach anhört den Köder direkt unter dem Boot zu präsentieren, so ergeben sich doch diverse Probleme bei der Methode. Wind, Wellen und Strömung müssen z.B. beachtet werden da sonst das Boot versetzt wird und man nicht mehr wirklich auf dem Hotspot (der heißen Stelle wo der Fisch steht) angelt. Daher sind Elektromotoren beim Vertikalangeln unbedingt nötig! Ohne dieses Hilfsmittel ist es fast unmöglich vernünftig zu fischen.

Diese Motoren sind entweder am Bug oder am Heck der Boote montiert und werden über leistungsstarke Akkus (Arbeitsbatterien) betrieben.

Auf der oben dargestellten Grafik wird mit einem Frontmotor gearbeitet. In der Realität sieht dieser Motor so aus:

Einmal in „hochgeklapptem“ Zustand:

und einmal im Arbeitszustand…

Somit wäre erklärt womit bzw. wie das Boot auf der Stelle gehalten werden kann. Steht das Boot nun also auf der passenden Stelle (wie man diese finden kann wird in einem der kommenden Artikel erklärt) kann man mit dem Angeln loslegen.

Dabei werden die Köder (meist Gummifische oder tote Köderfische) direkt am Boot bis zum Grund abgelassen. Wie so ein Köder aussehen kann sieht man hier:

Das der Köder auf dem Grund liegt merkt man im Normalfall daran, dass keine Schnur mehr von der Rolle abläuft.

Ist dies der Fall, strafft man die Schnur und hebt die Rutenspitze 10-20cm an. Der Köder schwebt nun in dem entsprechenden Abstand direkt über Grund wo sich meistens auch die Räuber aufhalten.

Nach einer Haltephase von 5-10 Sekunden lässt man den Köder ganz langsam und kontrolliert wieder zum Grund herab. Das kontrollierte Ablassen des Köders ist sehr wichtig, da viele Bisse genau in dieser Phase erfolgen.

Ob man den Grund erreicht hat merkt man an einem leichten „Tock“ in der Rute. Genau dies ist der Moment wo der erfahrene Angler auch merkt welche Bodenbeschaffenheit vorliegt. Nach dem  Grundkontakt zupft man den Köder wieder 10-20cm an und es folgt erneut die Haltephase.

Die typischen Bisse beim Vertikalangeln werden häufig als „Stromschlag“ bezeichnet. Wenn der Räuber unter Wasser auf den Köder schlägt gibt es einen heftigen Ruck in der Rute. Dieser Ruck wird sofort mit einem Anhieb quittiert.
Danach merkt man ob der Fisch gehakt werden konnte oder nicht und drillt den Fisch bis an die Oberfläche.

In der Drillphase bleibt die Rute in der gleichen Position wie auch beim Angeln / bei der Köderführung vorher. Ich sehe immer wieder Angler die ihre Rute senkrecht zum Himmel heben wenn sie einen Fisch drillen der direkt unter dem Boot gebissen hat. Dies kann böse für die Rutenspitze ausgehen! Zudem hat man nicht wirklich eine gute Kontrolle über den Fisch.

Ich denke das dies als Ergänzung zu meinem ersten Beitrag reichen sollte. Sobald ich die nötige Zeit habe werde ich an den weiteren Artikeln arbeiten.
Mein Ziel ist es dann irgendwann einen großen Beitrag zum Thema Vertikalangeln zusammen stellen zu können wo auch auf Details genau eingegangen wird…

Über Feedback würde ich mich auch diesmal freuen. Die Kontaktdaten findet ihr auf der Team-Seite oder gleich als Kommentar zu diesem Artikel.

2 Gedanken zu „Vertikalangeln – Teil 2

  1. Moin,

    schlichtweg genial (wie vieles hier) erklärt !!!

    Mit wenig viel geschafft. Respekt.

    Frank

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