S.W.O.R.D. Vertikal-Prototyp und zwei Interline Ruten im Test

Fishing Rods are my weakness. Diesen schönen Titel einer interessanten Webpublikation aus Australien spricht mir aus der Seele, denn Tackle ist auch meine große Leidenschaft. Nachdem der für mich interessanteste Bereich des Vertikalens mit der S.W.O.R.D. Shobu optimal eingedeckt ist, ging es mir vor der holländischen Schonzeit vornehmlich darum, eine Rute für spezielle Gewässer mit stärkerer Strömung, für eine spezielle Technik und für alles, was die Shobu nicht mehr verarbeiten kann, zu finden. Die Vorgaben der Shobu setzen hier natürlich eine hohe Benchmark für den einzudeckenden Bereich, was es nicht leichter macht. Ein Vollblank scheidet leider aus, da es ihn in der Klasse nicht gibt und dieser wohl auch zu schwer wäre. Grundsätzlich sollte hierbei weiter meiner Maxime gefolgt werden, so leicht wie möglich zu fischen.

a) S.W.O.R.D. Prototyp
Somit gingen Sebastian (S.W.O.R.D. Rutenbau) und ich mit einem ersten Prototypen ins Rennen, der jetzt auch schon diverse Wassereinsätze hinter sich hat. Hierbei haben wir versucht bewährtes aus der Entwicklung der Shobu wie z. B. die Griffkonstruktion auf das neue Projekt zu übertragen und auch neue Features einzubauen, wie z. B. ein Spitzenteil in Signalfarbe. Hierdurch erhält man einen weiteren visuellen Bissindikator und kausal kann man sie dadurch auch sehr gut als passive Rute einsetzten.

Rutenspecs:
RuteVertikal M-H Protype
Taper Fast
Länge 6ft
WG- 30gr
Fuji K Guides BC: 9x (10-5) +1 SP: 8x (16-5) +1
Spinning Reelseat Fuji VSS/ Baitcaster PB Minima Trigger
Leuchtspitze

Voller Grip auf den Blank

Signaltip

An vielen Tagen hat die passive Rute die Nase vorn! In dem Fall kann man auch mit zwei passiven Ruten fischen! Die Wind- und Gewässerverhältnisse sowie das Beißverhalten der Fische entscheiden über die situationsbedingte Aktion der Rute. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass man für den passiven Einsatz mehrere Ruten benötigt, wenn man optimale Ergebnisse erzielen möchte. Folglich arbeiten wir zur Zeit für das Angeln mit der toten Rute an einer „Multitip-Lösung“ mit Wechselspitzen, womit man die Rute situationsbedingt modifizieren kann. Hier wird es eine längere und eine kürzere Variante geben und kann den Bereich somit optimal mit einer oder maximal zwei Ruten abdecken.

Die Praxistests mit dem Prototypen zeigen bislang, dass wir mit der aktiven Rute für den einzudeckenden Bereich schon auf einem guten Weg sind, aber ein paar Weichen noch umstellen müssen, um herausragende Ergebnisse für diesen Bereich zu erzielen. Hier werden wir eventuell nochmal einen anderen Blank testen müssen.
In der weiteren Testphase des Prototypen wollte ich mir weiteren Input verschaffen. Aus Frankreich bezog ich die Interline DAIWA Shad Dropper und war sehr gespannt, wie die Franzosen das Thema „Vertikalrute“ interpretieren. Parallel hierzu bezog ich bei einem australischen Händler eine Interline aus der Master-Z-Serie, die ebenfalls aus dem Hause Daiwa stammte.

Noch etwas zur Multitip-Rute
Für die Multitip-Rute, die gerade in der S.W.O.R.D.-Werkstatt realisiert wird, habe ich mir die Megabass Retgraph F3 10L besorgt. Der integrierte Linecounter der Rolle ist ein sehr nützliches Feature für die gezielte und genaue Fischerei im Mittelwasser.

Reel-Specs:

Weight: 265g
Gear Ratio: 6.3:1
Drag Max 8.8lb (4.0kg)
Line Handle Trun: 24.0in (61cm)
Bearing: 5 Ball Bearing / 1 Roler Bearing
Line Capacity: 14lb-125m / 16lb-110m

b) DAIWA SHOGUN SHAD DROPPER 191 MHBI, Vertikalrute, Interline

Die Franzosen von Pecheur.com lieferten die Rute binnen einer Woche. Negativ fand ich, dass die Zahlung nicht per Paypal geleistet werden konnte. Allerdings war dafür die Kreditkartenzahlung verifiziert und somit ging das für mich in Ordnung.

Rutenspecs:
Typ: 191 MHBi
Länge: 1.90m
Gewicht: 110g
CW/Lurespektrum: 10-35g

Mit einer Interline Lösung arbeitet man im Drill –analog zum Spiral Guiding- mit dem ganzen Blank gegen den Fisch. Die Rute ist sehr sensitiv. Nicht so gut gefiel mir die geschlossene Grifflösung dieser Französin. Außerdem erfordert sie extrem dünne Knoten, da sie andernfalls mit leichten Hängern beim Ablassen und Einholen der Schnur reagiert. Leider wurde hierbei keine Microguidetip verbaut, aber das kann man bei dem Preis der Rute wohl auch nicht erwarten. Nach den ersten Tests bin ich wirklich sehr von ihr angetan.

Leider wurde keine Microguidetip verbaut

Natürlich ist es noch viel zu früh, um eine richtige Bewertung vorzunehmen, aber viele Testruten sind bei mir schon im Vorfeld im Trockendock durchgefallen und das ist hier nicht der Fall! Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt ebenfalls! Das ist schon mal eine gute Lösung für den Zielbereich.

Bezugsquelle: www.pecheur.com

Daiwa Tournament Master TMZ-I / Interline

Vor einem Jahr hatte ich bereits den Erwerb einer Daiwa Interline Master-Z Rute in Erwägung gezogen, aber zu diesem Zeitpunkt war ich noch in diverse andere Projekte eingebunden, die erstmal zum Abschluss geführt werden mussten. Jetzt, mit Beginn der neuen Projektausschreibung, habe ich den Erwerb realisiert. Weiteres Vergleichsmaterial zu unserem Prototypen!

TMZ I Rods, Bilder Copyright by http://www.daiwafishing.com.au/

Die Daiwa Tournament Master TMZ-Interline wird exklusiv für den australischen Markt produziert. Daher haben die wenigsten diese Rute auf dem Fokus, insbesondere sie ja auch nicht für das Vertikalangeln konzipiert wurde.

Sie wird exklusiv für den australischen Markt produziert!

Ihr eigentliches Einsatzgebiet gehöhrt den kampfstarken Fischen aus australischen Gewässern wie Baramundis usw. Somit dürfte aber auch klar sein, dass sie es mit den meisten in unsereren Regionen vorkommenden Süsswasserspezies aufnehmen kann. Als Rute zum Cranken, wie vom Hersteller vorgesehen, sehe ich sie nicht, aber das ist Geschmackssache. Eher handelt es sich nach meinem Dafürhalten um eine Leichtjerke oder Jigge, wenn man sie zum Casten einsetzt.

Rutenbeschriftung

Emblem Buttend


Hyperdry Ultimate Water Repellent

Typ: TMZ-I 602MHFB, 6´0 (1,83m), MH, Fast, Baitcaster
Rutengewicht 110 Gramm
Line: 10-20 lb
CW: ¼ – 1 oz
Buttlänge: 32 cm
Zweiteitlig, Transportlänge 96 cm.

Gründe, die für eine Interline-Nutzung sprechen:

1. Glatte Biegekurve – Interline Ruten biegen sich gleichmässig, ohne Stress-/Druckpunkte und verfügen somit über die maximale Blankstärke! Das ist ein gravierender Unterschied zu den gewöhnlich konstruierten Ruten mit externer Beringung, bei denen die unausgewogene Biegekurve zu hohen Stress-/Druckpunkten führt.

2. Die achsensymmetrische Spitze von 360 Grad ist komplett verwicklungsfrei und arbeitet unabhängig wie man die Rute hält mit gleicher Leistungsstärke. Bei den standartisierten Spitzenberingungen kann es leicht zu Verwicklungen kommen und ausserdem muss man sie in Richtung des Schnurverlaufs einsetzen, um die volle Leistungsstärke zu erhalten.

3. Die normale externe Beringung bedeutet zusätzliches Gewicht und dies führt zu zu Aktionsverlusten des Blanks. Durch die blankinterne Beringungsstruktur bei Interline Ruten bleibt der ursprüngliche Blankcharakter unverfälscht erhalten.

4. Interline Ruten können sich nicht verdrehen und die Reibung ist im Gegensatz zur konventionellen Beringung deutlich reduziert. Die normale Rutenberingung verursacht ein hohes Drehmomentum und starke Reibung. Kausal führen diese Einflüsse zu einer veringerten Lebenserwartung des Blanks.

5. Die Schnurführung durch die gleichmässig angebrachte Spiralberingung im Blank führt dazu, dass der ganze Blank unter Belastung arbeitet, mehr Druck auf den Fisch ausgeübt werden kann und weniger Bremsdruck durch die Rolle eingesetzt werden muss.

7. Die Master Z Interline ist extrem sensitiv. Eine Grundvorraussetzung um für das Vertikalangeln geeignet zu sein. Durch das interne Spiralguiding kommt es zu 200 direkten Kontaktpunkten zum Blank. Die normale Beringung an Standartruten führt zur Absorbierung von Vibrationen und das schwächt die Feinfühligkeit (Sensivität).

8. Die Eingangsberingung aus Silikon bei der Interline ist so angebracht, das sich beim Werfen der Reibungsverlust stark verringert, die Trichterlinie deutlich reduziert wird. Je schneller die Trichterlinie reduziert wird, umso besser sind die Wurfergebnisse. Die Wurfergebnisse werden später nochmal durch mich aufgegriffen mit einer neuen Interline für Lightrigs. Das Lightsegment ist für mich der einzig repräsentativste Bereich um das zu überprüfen.

Zwischenfazit: Sämtliche Ruten wurden diverse Male getestet. Dennoch ist die Zeitspanne insbesondere für die Interlinelösung noch zu kurz, um diese abschließend beurteilen zu können. Dennoch hat die Australierin die Nase ein gutes Stück vorn. Interessant finde ich, wie sich die Angelei im Winter damit anläßt, da australische Ingenieure das sicherlich nicht im Kalkül hatten. Zu gegebener Zeit werde ich zur Australierin ein umfassendes Review verfassen. Resumierend kann man feststellen, dass die vorgenannten Vorteile von Interlineruten auch schon während der Angelei positiv aufgefallen sind und sich diese hervorragend für das Vertikalangeln eignen. Daher möchte ich unbedingt noch andere Segmente mit Interlines bestücken.

Microguidetip

Grundsätzlich scheinen die japanischen Hersteller die Interline für denn Süsswassereinsatz für sich entdeckt zu haben. Ein Trend zeichnet sich ab. Ich bin schon sehr gespannt, was aus diesem Bereich in der nächsten Zeit noch zu erwarten ist.

Die TMZ-I in Einsatz


Beim zweiten S.W.O.R.D. Vertikal-Cup war als Zielfisch der Barsch ausgerufen!

Erwischt!

Hat ja an beiden S.W.O.R.D.-Vertikal-Cup Tagen bei mir sehr gut hingehauen. Hierzu berichte ich in einem seperatem Beitrag, in dem ich u. a. die gewonnenen Preisruten vorstelle.

Bezugsquelle: http://www.fishhead.com.au/store/products/Daiwa-TMZ-Interline.html

TL René

2 Gedanken zu „S.W.O.R.D. Vertikal-Prototyp und zwei Interline Ruten im Test

  1. hallo,
    bitte ruf mich doch an, weil ich z. b interlineruten sammle …. usw.
    H. 0171 1270101
    hier alles zu schreiben, sprengt den rahmen…
    bin auch auf der suche .. habe 2 yamarappi, z,b.

    petri peter

  2. Hallo,
    ich interessiere mich stark für Inliner für den ’normal‘ Bereich (Süßwasser, Seen). Was man heute findet sind ausschließlich Ruten für die Meeresfischerei.
    Diese hier geschilderten Ruten sind wohl nicht mehr erhältlich. Hat sich wohl nicht durchgesetzt.
    Obwohl ich finde das die Ruten grade auf einem kleinen Boot schon ihre Vorteile hat.
    Falls du noch Quellen kennst für Inliner Jigger (so 10-50gr WG) würde ich mich über eine Nachricht freuen.

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