NKS-Wettkampf am Haringvliet, 13.02.2011

Endlich war es wieder soweit! Die neue NKS-Saison stand an und der erste Wettkampf sollte direkt am Haringvliet stattfinden! Nach unserer sehr durchwachsenen Leistung am Hollands Diep sahen wir dem Wettkampf etwas skeptisch entgegen. Einzig und alleine das Wetter konnte jetzt noch einen Strich durch die Rechnung machen, aber die Prognosen auf Windguru und Wetter-online machten uns ganz zuversichtlich und es war erlösend, als am späten Samstagnachmittag der endgültige Wettkampf-Parkur auf der NKS-Homepage zu finden war. Es konnte losgehen!

Wettkampfvorbereitung

Aufgerüstet habe ich persönlich meine Fireballabteilung. Nicht genug, wie sich später herausstellte. Stinger wurden schon im Vorfeld in ausreichender Anzahl geknüpft, so dass sich diesbezüglich kein großer Stress mehr auftat. Köderfische wurden rechtzeitig geordert und Samstag beim Händler in Empfang genommen. Die Gummifraktion habe ich auf das nötigste eingestampft, so dass sich ein ganz übersichtliches Spektrum ergab. Ein paar Schmankerl wie z. B. die O.S.P. Dolive Sticks sollten aber dennoch nicht fehlen. Dieser Part der logistischen Organisation verlief aus meiner Warte dieses Mal hervorragend. Der Rest lässt sich einfach nicht anders gestalten. Erst ab 23 Uhr war an Schlaf zu denken, 1.45 Uhr ging der Wecker, anziehen, frühstücken, Katzenwäsche bis 2.15 Uhr. Ab an die Tankstelle wegen weiterer Verpflegung und crushed Ice für die Köfis und dann weiter zum Trailerparkplatz, den ich um 3.30 Uhr, pünktlich erreichte.

Unmittelbar vor dem Wettkampf

Wir kamen recht früh um 6.30 Uhr an der Slippe im „Jachthaven Atlantica“ an, der in der Nähe von der Stadt aan´t Haringvliet liegt. Dort musste man sich für den Wettkampf einschreiben. Es handelt sich hierbei um eine sehr geflegte Hafenanlage mit guter sanitärer Ausstattung. Wir waren an dritter Stelle für den Slipvorgang platziert. Kurz nach uns trudelte Dietmar Isaiasch ein. Überhaupt musste man später feststellen, dass der Wettkampf qualitativ und quantitativ gut besetzt war. Dann gab es beim Slippen wieder ein Trailerproblem, welches uns einen Teil des Tags über beschäftigt hat. Zwei Metallbauteile des Trailers standen zu weit nach unten und setzten beim Slippen auf den Beton auf. Hieraus resultierte leider ein kleiner Schaden am Trailer. Die Slippe war lang, recht steil und sehr, sehr glatt. Gregors Wagen kam schon bei anderen Slippen an seine Grenzen und so blieb die Ungewissheit, ob wir das Boot auch wieder problemlos ausgegeslippt bekommen.

Freie Plätze zum Anlegen waren rar

Dietmar Isaiasch macht die Ruten klar

Nun, das Boot war ja jetzt erst einmal im Wasser und ich suchte eine Stelle am Steg um in Ruhe auf Gregor warten zu können. Immer mehr Teilnehmer versammelten sich dort, so dass recht bald kein freier Platz mehr übrig war. Eigentlich kostete die Teilnahme 60 Euro, aber der zuständige Holländer kassierte unsere 70 Euro und meinte: „Stimmt so“! Dreistigkeit siegt! Nach dem Ärger und Stress haben Gregor und ich unsere Ruten fertig gemacht und sind um 8.25 Uhr aus dem Hafen gefahren, dem Start entgegenwartend. Dieser verzögerte sich aber um 30 Minuten, da immer noch viele Fahrzeuge mit der Slippe zu kämpfen hatten. Wir wurden noch im Hafen zweimal bezüglich lebender Köderfische kontrolliert, was für die strengere Überwachung der Regelauslegungen spricht. Wie sich herausstellte wurde an diesem Morgen auch ein Boot wegen lebender Köderfische disqualifiziert.

Die Boote sammeln sich langsam zum Start vor dem Hafen

Isi und Tott von ASB-Tackle in Startposition

Josef und Christoph von ASB-Tackle vor dem Start

Endlich war es soweit, das Paceboot machte Dampf und es konnte losgehen. Nach fulminater Fahrt kamen wir direkt an den ersten Spot.

Der Wettkampf

Der Wettkampf zerfällt zeitlich/taktisch/methodisch in zwei Teile. Der Wind wurde im Vorfeld durch die einschlägigen Wetterseiten mit 3-4 eingestuft. Gefühlt war es eine drei! Die äußeren Bedingungen waren gut! Konzentriertes Fischaufkommen oder ein Beissfenster war mit einer Ausnahme den ganzen Tag nicht auszumachen. Es ging sich wieder um das Einsammeln von Einzelfischen. Recht schnell war auch klar, dass man mit Gummi wieder schwer durchkommt. Also stand bei uns ein Wechsel auf Naturköder an, denn bereits nach wenigen Minuten hing der erste Fisch an der Toten Rute die mit Fireball und Köfi bestückt war. Hier kam der Teaserfarbe, also der des Fireballs, wieder eine gewichtige Bedeutung zu. Nur eine einzige konnte bei uns nachhaltig punkten, und eine entscheidende fehlte in unserem Sortiment, wie wir es auf einem belgischen Boot bei der Kontrolle beobachten konnten. Überhaupt muss man feststellen, dass viele belgische Teilnehmer sich auf das Naturköderangeln am Fireball spezialisiert haben. Das sind die Hinguckerlerneffekte einer solchen Veranstaltung. Diese Farbe wird sicherlich nie mehr fehlen! Insgesamt bin ich mit dem Wettkampf sehr zufrieden, insbesondere sich
wieder nachhaltige und reproduzierbare Erkenntnisse aus Beobachtungen und eigenen Erfahrungen aufgetan haben. Es war wieder kein leichter Tag und ich glaube, dass dies auch kaum ein Team anders empfunden hat. An solchen Tagen ist es wichtig, dass man das Gewässer kennt und eintrainierte Ablaufschemata hat, denen man strikt folgt. Das hört sich einfach an, ist es aber nicht. Wir hätten diesesmal die 7 Fische bringen können. Allerdings wollten die Fische am vormittag nicht wirklich zupacken sondern man merkte den Fisch erst beim anheben (Draufleger). Hierbei haben wir einige bessere Fische verloren. Einer und vielleicht der beste Fisch ging mir auf Grund einer falschen Rutenwahl bei einer anderen Technik abhanden. Letzteres ist zwar ärgerlich, aber eine Erkenntnis, die in Zukunft bei der Technik eine andere Rute voraussetzt und an der man arbeiten kann. Anders als viele Kollegen konnten wir uns nicht über fehlende Kontakte beschweren. Insgesamt war es von unserer Seite ein strukturierter und in vieler Hinsicht  bedachter Angeltag. Dennoch gibt es einige kritische Ansätze:

Unsere Drift ist m. E. suboptimal. Hier zeigt sich, dass ein zusätzlicher Backtroller schon gute Dienste leisten würde. Kausal nehmen wir hierdurch zu wenig von der Länge des Bootes mit, stehen nicht optimal zum Wind und beackern somit lediglich einen engen Korridor. Die Anbringung einer entsprechenden Infrastruktur zur Rutenablage muss dann zwingend erfolgen. Das ist ein Kernpunkt unserer Betätigung in der kommenden Schonzeit. Für den Wettkampf ist es wichtig, dass man schnellst möglich in ein festes Ablaufschema kommt, eine Schablone, die man gebetsmühlenartig abrufen kann und die sich wie immer an gewissen festen Faktoren festmacht, die sich der geneigte Leser aber selber erarbeiten muss. Dann ist man schon mal auf einem guten Weg!

Wie immer an dieser Stelle ein Link auf die Ergebnisse.

5 Gedanken zu „NKS-Wettkampf am Haringvliet, 13.02.2011

  1. Vielen Dank für die Mühen !
    Sehr ehrlicher und konstruktiver Bericht.

    Wir sehen uns vsl. beim NKS an der Maas.

    Gruß

    Jan

  2. Schön geschrieben,wie immer.
    Strategie und Planung sind bei einem Wettstreit immer sehr wichtig,genauso wie die richtige Rutenwahl.Für einen so schwierigen Tag war das Ergebnis doch akzeptabel.
    Wünsche Euch noch viele gute Wettstreits und Dir René Gute besserung.

    Gruß Frank

  3. Das Ergebniss kann sich doch sehen lassen.Man kann erkennen dass es sehr eng zugeht.

    TL

    Thomas

  4. guter bericht wie immer.
    wir lagen diesesmal strategisch voll daneben.obwohl es so gut angefangen hatte.2 fische nach 15 min und den 3. verhauhen, danach sendepause für den ganzen tag.
    aber,wir werden immer besser und können
    nur lernen.
    gruss klaus & markus

  5. Hi Gregor,

    wie immer gut geschrieben. Wir warten zur Zeit noch auf unser Boot, aber evtl. werden wir, wie schon gesagt, evtl. ein paar Vorentscheide mitfischen und Lehrgeld zahlen.

    Gruß,

    Markus

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